Über das Skulpturenensemble auf dem Moltkeplatz

Das "Hannover Tor" von Friedrich Gräsel aus geglühtem Edelstahl wurde als erstes Kunstwerk auf der Skulpturenwiese Anfang 1982 von dem Essener Galerist Jochen Krüper (†2002) gegenüber seinem Galerie- und Wohnhaus Moltkeplatz 5 aufgestellt. Zusammen mit weiteren Objekten entstand danach ein Skulpturenensemble, das im Rahmen des Projektes "Material und Raum" 1990/1991 gezielt vervollständigt wurde. Initiatoren dieses Projektes waren Jochen Krüper und Dr. Uwe Rüth, damaliger Direktor des Skulpturenmuseums Glaskasten in Marl. Diverse Kunstwerke dieses Projektes sind seitdem verfallen und mussten abgebaut und entfernt werden, zuletzt in 2011 Christa Feuerbergs Bodenarbeit aus Holz und Blei.

Die Skulpturen und ihre Standplätze sind abgestimmt auf den Moltkeplatz sowie auf das Muster der etwa einhundert Jahre alten Platanen an den Längsseiten des Platzes.


Von Friedrich Gräsels (1927-2013) "Hannover Tor" 1978/1981 aus geglühtem Edelstahl ausgehend - entgegen dem Uhrzeigersinn - finden sich die Werke der folgenden Künstler:

Heinz Breloh (1940-2001): "Lebensgröße" 1994, Bronze

Christa Feuerberg (*1955): o.T. 1990, Bodenarbeit Holz/Blei (dies Werk wurde in 2011 abgebaut)

Lutz Fritsch (*1955): "EIN•STAND" 1990, Rundrohr, Stahl, orange-blau lackiert (auf der Verkehrsinsel Moltkeplatz / Ruhrallee)

Ulrich Rückriem: (*1938): ohne Titel 1983, Anröchter Dolomitstein

Gloria Friedmann (*1950): "Denkmal" 1990, abgestorbener Baum - eingelassen in Betonwand

Ansgar Nierhoff (1941-2010): "Paarweise" 1988, Schmiedestahl gebrannt

der südwestliche Bereich der Skulpturenwiese - zur "Villa Moltkeplatz" hin - wird seit 2009/2010 für temporäre Ausstellungen im Rahmen des Projektes "junge Kunst am Moltkeplatz" des Vereins KaM genutzt. Seit Mai 2016 steht hier das temporäre Werk "onda" von Martin Pfeifle

Hannes Forster (*1955): "Eine echte falsche Geschichte" 1990, Ziegelstein, Mörtel (durch Pflastern des Innenraums endgültig fertiggestellt in 2012); mit Ausrichtung und Blick auf die Kirche auf der anderen Straßenseite

Der Mittelpunkt des Skulpturenensembles liegt etwa bei 51 26 48,08 N  7 01 23,95 E

Einige der Skulpturen auf dem Moltkeplatz sind im Besitz von Grün und Gruga Essen GGE. Eine Anzahl weiterer Skulpturen von GGE findet sich im Grugapark. GGE hat in 2012 einen Führer zu den Kunstwerken herausgegegeben, in dem neben den Werken im Grugapark auch die Werke von GGE am Standort Moltkeplatz erläutert sind. Der Führer ist u.a. bei GGE bzw. an den Kassen des Grugaparks erhältlich:
       
        Julia Ruether: KunstWege - Die Sammlung Grugapark, Hrsg. Grugapark Essen, 114 pp., 2012


Auf dem Privatgrundstück des ehemaligen Wohn- und Galeriehauses Moltkeplatz 5 befindet sich:

Jo Schöpfer (*1951): "Stele", Bronze 1990

Katja Hajek (1950-2008) hat die Hauswand desselben Hauses als Außenarbeit "Blaues Pigment" (1990) gestaltet.

Bild hier. Beide Werke entstanden ebenfalls im Rahmen des Projektes "Material und Raum".

Die Fassade des privaten Hauses Moltkeplatz 9 wird in losem Abstand für temporäre Installationen im Rahmen der Aktion "Haus und Kunst" genutzt.

Weitere Kunstwerke
in der Umgebung
finden Sie hier.

Eine Zusammenstellung vieler Kunstwerke im öffentlichen Raum in Essen findet sich bei Welt der Form.


Literatur
zum Projekt "Material und Raum" und zum Moltkeplatz:

(die Bände sind vergriffen; wenden Sie sich gegebenenfalls an den Verein KaM; Kontakt  hier.

Uwe Rüth (Hrsg. der Dokumentation): Material und Raum, Installationen + Projekte, Kunst im öffentlichen Raum; Galerie Heimeshoff Jochen Krüper, Essen 1990/1991, pp 1 - 200, ISBN 3-928417-01-0

Galerie Heimeshoff Jochen Krüper: Material und Raum, Skulpturen + Objekte, Bestandskatalog, Essen 1990/1991, pp 201 - 418, ISBN 3-928417-02-9

Galerie Heimeshoff Jochen Krüper: Skulpturen auf dem Moltkeplatz, Essen 1991, 26 pp, ISBN 3-928417-21-5

Manfred Schneckenburger: "Über das Skulpturenensemble auf dem Moltkeplatz
", Stellungnahme vom 4. Aug. 2007